Schmied und Seemann

Adolf Lemke wurde in Hamburg 21. Januar 1904 geboren. Hier machte er eine Ausbildung zum Schmied. Lemke arbeitete von 1922 bis 1923 auf der Werft Blohm + Voss, wurde aber wegen Beteiligung am Generalstreik und am Hamburger Aufstand entlassen. Daraufhin wurde Lemke Seemann und blieb von 1927 bis 1930 in Kanada. Er kehrte 1930 nach Deutschland zurück.

Adolf Lemke um 1952 in der DDR

Adolf Lemke um 1952 in der DDR

Ein geschickter Athlet

Lemke war ein ausgezeichneter Sportler. Er war Ringer und besiegte u.a. in Antwerpen den damaligen Europameister. 1931 vertrat er Deutschland bei den Europameisterschaften in Budapest.

Hafenpropagandist

Politisch war Adolf Lemke in Hamburg im Inter-Klub der ISH (Internationale der Seeleute und Hafenarbeiter) aktiv. Auf Grund seiner englischen Sprachkenntnisse wurde er Hafenpropagandist der anglo-amerikanischen Sektion.

Konzentrationslager

Nach Hindenburgs Machtübergabe 1933 an Hitler war Lemke illegal aktiv und wurde von der Gestapo am 8. März 1934 verhaftet und kam ins KoLaFu. Nach 14 Monaten Haft und Folterungen wurde ihm der Prozeß, u.a. wegen Hochverrats, gemacht. Man konnte ihm aber nur den Besitz kommunistischer Literatur nachweisen und mußte die Anklage wegen Hochverrats fallen lassen.

Das Eisentor des KZ Dachau: "Arbeit macht frei"

Konzentrationslager Dachau

Die Strafe hierfür betrug 9 Monate und war durch die Untersuchungshaft abgesessen, das interessierte aber die Gestapo nicht. Er wurde sofort danach in das KZ Dachau überführt und gleich für 6 Wochen in Dunkelarrest gesteckt. 22 Monate mußte Adolf Lemke in Dachau verbringen, wurde gefoltert und schwer mißhandelt. Am 22. April 1937 brachte ihn die Gestapo nach Hamburg zurück, er wurde unter Polizeiaufsicht gestellt und ins Krankenhaus geschafft. Es dauerte 4 Monate bis Lemke einigermaßen wieder hergestellt war. Kurz nach der Entlassung aus dem Krankenhaus flüchtete er nach Holland mit der Absicht nach Spanien zu fahren um im spanischen Bürgerkrieg zu kämpfen. Das gelang ihm.

Der spanische Bürgerkrieg

Im November 1937 wird er in Spanien der Dimitroff-Batterie i die Interbrigade zugeteilt. Über diese Zeit führte er ein Tagebuch.

Seine Aufzeichnungen machen den ungleichen Kampf deutlich, hier einige Beispiele:

27. März 1938 Der Feind muß die Stellung unserer Batterie ausgekundschaftet haben. 51 deutsche Bomber belegen unsere Position mit Bomben. Wir schießen 4 Flieger ab. Zwei unserer Kameraden werden durch Fliegerbomben getötet und mehrere verwundet.

29. März 1938 Stellungswechsel. Kaum sind wir in der neuen Position werden wir schon 82 Heinkel- und Junkers Bombern angegriffen. …Als aber eines unserer Munitionsautos mit 160 Kisten Granaten von einer Bombe getroffen wird, springen wir in unsere Gräben. Hexenkessel. Wir haben 3 Tote und 4 Verwundete. Einen Bomber schießen wir herunter und 2 Flieger, die zusammenstoßen, stürzen ebenfalls ab.

18. Mai 1938 Unsere Batterie wird zweimal von 36 Heinkel- und 60 Junkers-Bombern bombardiert…Auch Sturzflieger beschießen uns. Munitionsmangel. Man sagt, dass wir in Valencia nur noch 1400 Granaten haben. Womit sollen wir schießen?

9. Juni 1938 Bombardements am laufenden Band. Es ist unglaublich, welche ungeheuren Mengen von Material die Faschisten an der Levantefront einsetzen…90 faschistische Kanonen ballern ununterbrochen Tag und Nacht, 14 Tage lang. – 3 Flugabwehr-Batterien gegen Hunderte von faschistischen Bombern…

Internierung und Befreiung

Am 1. Mai 1938 wurde Adolf Lemke Mitglied der Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) und die Partido Comunista de España (PCE)  (Kommunistische Partei Spaniens).

Bis zum Februar 1939 war er stets in vorderster Front in Spanien. Dann erfolgte seine Internierung in Frankreich. Bis 1941 war Lemke in verschiedenen Lagern in Frankreich inhaftiert und dann bis zur Befreiung durch anglo-amerikanische Truppen 1943 in Nord-Afrika. Die sowjetische Botschaft leitete seine Abreise in die Sowjetunion ein, dort blieb er bis Juni 1945.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland lebte Adolf Lemke bis zu seinem Tode am 4. Juli 1955 in Potsdam.