|SPANISHSKY.DK 20. DECEMBER 2018 |

Der Verein Freunde der internationalen Brigaden, Spanien 1936-39 wünscht allen ein friedliches und erfolgreiches 2019

Die Geschichte einer Reise
– Eine Fahne kehrt nach einer 73 Jahre dauernden Reise zurück nach Hause

 

Voluntarios Internacionales de la Libertad

Voluntarios Internacionales de la Libertad


 
Von Allan Christiansen, Vorsitzender der Vereinigung Freunde der Internationalen Brigaden in Spanien 1936-1939

Der spanische Bürgerkrieg

Am 18. Juli 1936 putschten rechte und faschistische Offiziere – unter Führung von u.a. Franco – unterstützt von Großgrundbesitzern, Industriekapital und nicht zuletzt der katholischen Kirche, gegen Spaniens demokratisch gewählte Volksfrontregierung.

Die spanische Bevölkerung griff zu den Waffen gegen den faschistischen Putschversuch und damit war der Bürgerkrieg Realität.

Die dänischen Freiwilligen

Nur 6 Wochen nach Ausbruch des Bürgerkrieges kamen die ersten 4 Dänen – die drei Brüder Åge, Kai und Harald Nielsen und Hans Petersen – nach einer langen und beschwerlichen Reise mit dem Fahrrad quer durch Europa in Barcelona an. Dort wurden sie in das Thälmann-Bataillon aufgenommen.

Insgesamt kämpften 500 bis 550 Dänen im Bürgerkrieg auf Seiten der Republik. Die bevorzugte Reiseroute von Dänemark nach Spanien ging von Esbjerg aus mit dem Dampfer A. B. Bernstorff nach belgischen oder französischen Häfen. Von dort über Paris nach Perpignan und danach zu Fuß über die Pyrenäen nach Figueres oder mit dem Schiff von Marseille nach Barcelona. Ein weiterer Weg nach Spanien bot sich den Seeleuten. Wenn ihr Schiff einen spanischen Hafen anlief, musterten sie ab und meldeten sich bei den Internationalen Brigaden.

In allen 5 Brigaden und höheren Stäben waren Dänen, aber der größte Teil der dänischen Freiwilligen kämpfte in der skandinavischen Kompagnie im 3. Bataillon Ernst Thälmann der XI. Internationalen Brigade.

Eine Fahne is geboren

Es waren Dänen in dieser Kompagnie, die im Frühjahr 1937 die Initiative ergriffen, um Mittel für eine Fahne zu sammeln. Sie bekam die Inschrift „Für die D.K.P. von dänischen Frontkämpfern in der spanischen Volksarmee“.

Die Fahne wurde der DKP, Dänemarks Kommunistischer Partei, von einem Kurier überbracht. Das sollte zum einen ein Gruß von den Freiwilligen an ihre Kammeraden zu Hause sein, zum anderen war die Fahne eine Mahnung, dass die Republik weiterhin internationale Solidarität benötigte.

In de Vergessenheit

Die Fahne hing eine Reihe von Jahren im 1. Stock des Parteihauses der DKP in der Absalonsgade in Odense. Wie die Fahne in das Parteihaus in Odense kam, hat man nicht herausgefunden.. Vielleicht wurde sie in Verbindung mit Aufräumungsarbeiten im Parteihaus in der Dronningens Tværgade in Kopenhagen in den 50er oder 60er Jahren nach Fünen verbracht.

Nach den vielen Jahren in ‘Rauch und Qualm’ verblasste die Fahne und die Nähte lösten sich. Eine Frau, die im Parteibüro angestellt war, erneuerte die Stickereien, aber ungefähr 1987 war sie so verblasst, dass sie auf dem Boden verstaut wurde.

Ans Licht mit ihr

Es sollte ihr jedoch nicht gestattet sein auf diese Weise zu verschwinden und so wurde ein kleines Komitee gebildet. Ihr Ziel war die Restaurierung der Fahne und die erneute Präsentation. Als das Komitee sich an die Odense Museers tekstilkonservering“ (Odense Museums Textilkonservierung) wandte, fanden die Konservatoren, dass es besser wäre, die Fahne so aufzubewahren wie sie war – „Sie hat ja gehangen und die Jungen bei den Parteiversammlungen gemahnt, während sie verblasst war“ – war deren Argument, und sie hatten ja Recht!

Das Komitee wurde sich stattdessen einig, eine Kopie des Originals in 3/4 der Originalgröße herzustellen und sie im Raum zwischen den Fototafeln von Lenin und Martin Andersen-Nexø aufzuhängen.

Aber damit ist die Reise der alten Fahne nicht zu Ende. 1996 kontaktierte einer der Komiteegründer die  De danske spaniensfrivilliges forening (Vereinigung der dänischen Spanienfreiwilligen) und überreichte die Fahne mit den Worten: “Die Fahne kam aus Spanien, und nun ist es wohl an der Zeit, dass sie zurück nach Spanien kommt“..

Die Fahne soll auch daran erinnern, dass mehr als 200 Dänen in Spaniens Erde begraben sind – niemand weiß wo! Aber auch durch ihr vergossenes Blut sollen die Blumen der Freiheit eines Tages in Spaniens Erde keimen.

Die Heimreise
Eine Fahne kehrt nach Hause zurück: Die Fahne wird AABI 2009 vor dem Stern in Rivas Vaciamadrid übergeben

Die Fahne wird AABI 2009 vor dem Stern in Rivas Vaciamadrid übergeben

Sie war viele Male in Spanien bei verschiedenen Treffen. In diesen Tagen ist es 13 Jahre her, seit die Vereinigung sie bekam, nun ist der Zeitpunkt gekommen, dass sie offiziell den Repräsentanten der spanischen Vereinigung überreicht wird.

Wir hoffen und glauben daran, dass sie die Geschichte erzählen wird von den Dänen, die nach Spanien reisten, um Schulter an Schulter mit dem spanischen Volk für ein freies und demokratisches Spanien zu kämpfen.

Die Fahne soll daran erinnern, dass mehr als 200 Dänen in Spaniens Erde begraben sind – niemand weiß wo! Aber auch durch ihr vergossenes Blut sollen die Blumen der Freiheit eines Tages in Spaniens Erde keimen.


Übersetzungsbearbeitung von Freundeskreis der XI. Internationalen Brigade