Der Verein Freunde der internationalen Brigaden, Spanien 1936-39 wünscht allen ein friedliches und erfolgreiches 2019

Eine Geschichte über eine Reise
– Eine Fane zurückehr nach Hause nach einem 73-Jahres-Reise
Voluntarios Internacionales de la Libertad

Voluntarios Internacionales de la Libertad.

Am 18. Juli 1936 machten rechte und faschistische Offiziere – unter Führung von u.a. Franco – Aufruhr gegen Spaniens demokratisch gewählte Volksfrontregierung, mit Unterstützung von Großgrundbesitzern, Industriekapital und nicht zuletzt der katholischen Kirche.

Die spanische Bevölkerung griff zu den Waffen gegen den faschistischen Putschversuch und damit war der Bürgerkrieg Realität.

Nur 6 Wochen nach Ausbruch des Bürgerkrieges kamen die ersten 4 Dänen – die drei Brüder Åge, Kai und Harald Nielsen und Hans Petersen – in Barcelona an, nach einer langen und beschwerlichen Reise mit dem Fahrrad durch Europa, wo sie in das Thälmann-Bataillon aufgenommen wurden.

Insgesamt nahmen zwischen 500 und 550 Dänen am Bürgerkrieg auf der Seite der Republik teil. Die bevorzugte Reiserute von Dänemark nach Spanien ging von Esbjerg mit dem Dampfer A. B. Bernstorff nach belgischen oder französischen Häfen, von dort über Paris nach Perpignan und danach zu Fuß über die Pyrenäen nach Figueres oder mit dem Schiff von Marseille nach Barcelona. Außer diesem Weg musterten viele Seeleute ab, wenn ihr Schiff einen spanischen Hafen anlief, und meldeten sich bei den Internationalen Brigaden.

In allen 5 Brigaden und höheren Stäben waren Dänen, aber der größte Teil der dänischen Freiwilligen war eingeordnet in der skandinavischen Kompagnie im 3. Bataillon Ernst Thälmann der XI. Internationalen Brigade.

Es waren Dänen in dieser Kompagnie, die im Frühjahr 1937 die Initiative ergriffen um Mittel für eine Fahne einzusammeln, die die Aufschrift bekam „Für die D.K.P. von dänischen Frontkämpfern in der spanischen Volksarmee“.

Die Fahne wurde der DKP, Dänemarks Kommunistische Partei, von einem Kurier überbracht. Das sollte zum einen ein Gruß von den Freiwilligen an ihre Kammeraden zu Hause sein, zum anderen war die Fahne eine Mahnung, dass die Republik weiterhin internationale Solidarität brauchte.

Die Fahne hing eine Reihe von Jahren im 1. Stock im Parteihaus der DKP in der Absalonsgade in Odense. Wie die Fahne in das Parteihaus in Odense kam, hat man nicht herausgefunden.. Vielleicht wurde sie in Verbindung mit Aufräumungsarbeiten im Parteihaus in der Dronningens Tværgade in Kopenhagen in den 50er oder 60er Jahren nach Fünen verlost.

Nach den vielen Jahren in ‘Rauch und Qualm’ verblaste die Fahne und die Nähte lösten sich. Eine Frau, die im Parteibüro angestellt war, stickte sie ein Mal neu, aber ungefähr 1987 war sie so verblast, dass sie auf den Boden gelegt wurde.

Es sollte ihr jedoch nicht gestattet sein auf diese Weise zu verschwinde und so wurde ein kleines Komitee gebildet mit Hinblick auf eine Restaurierung der Fahne und erneute Aufhängung. Als das Komitee sich an die Odense Museers tekstilkonservering“ (Odense Museums Textilkonservierung) wandte, fanden die Konservatoren, dass es besser wäre, die Fahne so aufzubewahren wie sie war – „Sie hat ja gehangen und die Jungen bei den Parteiversammlungen gemahnt, während sie verblasst war“ – war deren Argument, und sie hatten ja Recht!

Das Komitee wurde sich stattdessen einig, eine Kopie des Originals in 3/4 Größe herzustellen und sie im Raum zwischen den Fototafeln von Lenin und Martin Andersen-Nexø aufzuhängen.

Aber damit ist die Reise der alten Fahne nicht zu Ende. 1996 kontaktierte einer der Komiteegründer De danske spaniensfrivilliges forening (Vereinigung der dänischen Spanienfreiwilligen) und überreichte die Fahne mit den Worten: “Die Fahne kam aus Spanien, und nun ist es wohl Zeit, dass sie zurück nach Spanien kommt“.

Die Fahne wird AABI 2009 vor dem Stern in Rivas Vaciamadrid übergeben

Die Fahne wird AABI 2009 vor dem Stern in Rivas Vaciamadrid übergeben.

Sie war viele Male in Spanien bei verschiedenen Treffen, in diesen Tagen ist es 13 Jahre her, seit die Vereinigung sie bekam, nun ist der Zeitpunkt gekommen, dass sie offiziell den Repräsentanten der spanischen Vereinigung überreicht wird.

Wir hoffen und glauben daran, dass sie die Geschichte erzählen wird von den Dänen, die nach Spanien reisten, um Schulter an Schulter mit dem spanischen Volk für ein freies und demokratisches Spanien zu kämpfen.

Sie soll auch eine Mahnung daran sein, dass mehr als 200 Dänen in Spaniens Erde begraben sind – niemand weiß wo! Aber durch u.a. ihr Blut sollen die Blumen der Freiheit eines Tages in Spaniens Erde keimen.

Allan Christiansen, Vorsitzender der Vereinigung Freunde der Internationalen Brigaden in Spanien 1936-1939