| spanishsky.dk 6. Dezember |

7. Volksstreik im August 1943

Trotz Streikverbot kam es zu Arbeitsniederlegungen, die in steigendem Maβe eine anti-deutsche Richtung hatten, in 1942-43 immer häufiger.

Am 11. Dezember 1942 wurde auf der Schiffswerft Burmeister & Wain in Kopenhagen als Protest gegen die Nazi-Wachen auf den Schiffen gestreikt. Der Streik breitete sich schnell auf den Nordhavnsværftet ‘(Nordhafenwerft’) aus und die Forderung nach der Entfernung der Wächter wurde erfüllt.

Diese Streiksiege bekamen Bedeutung für Betriebe an anderen Stellen des Landes, indem die Anzahl der Streiktage insgesamt – speziell in der Metallindustrie – 1943 drastisch stieg. Das gab Vertrauen in die eigenen Kräfte und im Zusammenhang mit Information über die Verhältnisse in Dänemark und den Verlauf des Krieges in der Welt, die die illegalen Zeitungen, und Radiosendungen aus London und Moskau auf Dänisch brachten: Die deutsche Niederlage bei Stalingrad, die Landung der Alliierten in Italien und die groβen Streiks in Belgien, Frankreich und Griechenland, brachen endlich in Dänemark im August 1943 Unruhen aus.

Menschenmenge bei einem der Stadiontreffen im Odense-Stadion während des Volksstreiks im August 1943. Quelle: Museum des Dänischen Widerstands

Menschenmenge bei einem der Stadiontreffen im Odense-Stadion während des Volksstreiks im August 1943. Quelle: Museum des Dänischen Widerstands

Die Streikwellen begannen in Esbjerg am 9. August mit einen Streik der ganzen Stadt gegen das Ausgehverbot zwischen 22 Uhr abends und 5 Uhr morgens. Die Stadt war für drei Tage lahmgelegt und es endete mit einem Sieg. Nach eine Woche Stillstand brach es wieder los, dieses Mal in Odense, danach breitete es sich über ganz Fünen aus. Eine Woche später sprang der Funke auf die Städte Aalborg, Nørresundby und Frederikshavn in Nordjütland über. Später entzündete sich das Feuer im ganzen Land.

Die dänische Besetzung und Befreiung: 7. Volksstreik im August 1943: Rådhuspladsen ('Rathausplatz') in Kopenhagen: Die Deutschen setzen Panzer auf den Straβen als Machtdemonstration gegen die Streiks ein

Rådhuspladsen (‘Rathausplatz’) in Kopenhagen: Die Deutschen setzen Panzer auf den Straβen als Machtdemonstration gegen die Streiks ein

Die Streiks waren spontan in dem Sinne, dass sie nicht auf Aufforderung der Gewerkschaftsspitzen stattfanden – sondern im Gegenteil, von der „Basis“ in den einzelnen Betrieben. Sie begannen dadurch, dass die am besten organisierten Betriebe – die Schiffswerften und Betriebe der Eisenindustrie an der Spitze gingen. Aber es war von groβer und entscheidender Bedeutung, dass die illegale Dänische Kommunistische Partei DKP, die stramm organisiert war und relativ groβen Einfluss in den Betrieben und damit die Finger am Puls hatte, die Streiks mit organisierte. Sie trug auch erheblich dazu bei, dass Streikkomitees gebildet wurden, die eine Gegenmacht in der aktuellen Situation wurde.

Die dänische Besetzung und Befreiung: 7. Volksstreik im August 1943: Demonstranten werfen während der Streiks in Odense im August 1943 ein Polizeiauto um

Demonstranten werfen während der Streiks in Odense im August 1943 ein Polizeiauto um

Der Druck aus den Betriebenzwang die Regierung zum Rücktritt am 29. August 1943. Der Grund des Rücktritts der Regierung am 29. August geschah nicht aus Solidarität mit dem dänischen Volk. Ein Bisschen grob gesagt war der Grund vielmehr die Furcht, dass der Krieg bald vorbei sei. Die Politiker fürchteten: wenn sie die Zusammenarbeit mit den Deutschen fortsetzten würden, wären sie auβerstande, ihre Autorität nach einen schnellen Kriegsabschluss wieder herzustellen.